Ahimsa (in den Klassen bis 21. März)
Was für ein guter Anfang, unsere Einsichten mit unseren City Yoga Studenten zu teilen. Lalla und ich haben uns entschlossen, Hintergrundinformationen zu unseren Klassen in unserem Blog zu veröffentlichen. Immer wieder werden wir gefragt, „wie können wir mehr von dem erfahren, was uns gerade in den Klassen so bewegt hat?“Im zweiten Kapitel der Patanjali Yoga Sutren wird der 8-gliedrige Pfad ausführlich besprochen.
Das erste dieser 8 „Glieder“ sind die Yamas. (Wörtlich übersetzt so etwas wie Einschränkungen). Diese Yamas stellen im Anusara Yoga den ersten Teil der „klassischen ethischen Richtlinie“ dar, Richtlinien für Verhalten, keine rüden Regeln.
Diese Richtlinien werden je nach Situation angewandt, dem Moment gerecht werdend, in dem der Yogi sich befindet. Und auch hier versucht der Anusara Yogi Shri umzusetzen. Möchte das Schöne bewusst machen, lebensbejahend und glückverheissend sein.
Die Yamas sind also Verhaltensrichtlinien für jegliche Form von Beziehung: mit sich selbst, mit anderen, mit der Umwelt und der Natur.
Wenn wir uns jetzt also mit Ahimsa beschäftigen, haben wir eine bewusste Entscheidung getroffen, liebenswürdig, liebevoll und entgegenkommend zu sich selbst und den anderen zu sein.
Ahimsa zu praktizieren heisst, ständig hellwach und aufmerksam zu sein, unser Verhalten anderen gegenüber zu beobachten und unsere Gedanken und Einstellungen wahrzunehmen, die uns in diesem Moment, in dieser Situation bestimmen. In der yogischen Asanapraxis heisst das auch, sich so zu verhalten und unsere Ausrichtung zu beobachten, das wir in keinem Moment der Praxis vom Schmerz bestimmt werden. Wir versuchen immer wieder unseren inneren Körper, Gedanken, Gefühle, Energieflüsse mit dem Äußeren in Einklang zu bringen. Wir versuchen immer wieder aufs neue sich mit der höheren Energie zu verbinden, die uns das Gefühl von „im Fluss sein“ vermittelt, die Anstrengung und übertriebenes Wollen zurückdrängt um mit dem Atem zu fliessen. Wir machen uns so auch unsere Muster bewusst, mit denen wir in unserer Praxis arbeiten: das ausweichen in eine Richtung, das vermeiden von Klarheit in der Basis, das überdehnen von Gelenken, etc. Ahimsa hilft uns leichter zu praktizieren, unsere Ausstrahlung in der Stellung zu spüren und offener für das Universelle zu werden.
Ahimsa hat als Grundlage das völlige bejahen unseres Moments in dem wir gerade sind. Sei es in einem Gespräch, seien es unsere Gedanken, oder ist es ein schlechter Tag, den wir hinter uns haben und der immer noch in uns nachklingt.
Ahimsa liebt in unserer Asana-Praxis die Kinderstellung (Balasana). Das ist der wichtigste Moment, erkennen, jetzt ist es genug, ich möchte nicht mehr weiter. Warum immer das härtere, grössere, schönere suchen, wenn mein innerer Zustand nach einem liebevollen Moment der Ruhe sucht.
Ahimsa beschäftigt sich also nicht nur mit der Nicht-Anwendung von physischer Gewalt, sondern auch mit der Gewalt der Worte und unserer Gedanken. Was wir über uns oder andere denken, kann genauso verletzend sein wie physische Gewalt. Versuch doch mal Dich und Deine Gedanken zu beobachten, wenn Du neben jemandem sitzt, der all das macht was Dir zuwider ist. der z.b. raucht oder laut und ungehemmt lacht, oder vor sich hinflucht. Deine ablehnenden Gedanken können für Dein Inneres genauso schädlich sein, wie die Dinge über die Du Dich ärgerst für die andere Person.
Ahimsa verlangt ein Verhalten, das von Liebe und Klarheit bestimmt ist.
Verhaltensvorschläge:
Versuche liebevoll zu Dir selbst zu sein.
Wenn immer Du in stressvolle Situationen kommst, nehm Dir eine Pause. Atme.
In der Praxis: Kindesstellung.
Fokus in der Praxis: Basis schaffen, das Höhere zulassen, das Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Loslassen suchen. Suche nach dem: „das fühlt sich jetzt richtig gut an“.
Vilas
Am 22. März 2010 um 11:15 Uhr
Toll, die Inhalte der Kurse noch genauer hier zu erläutern!
So fängt die Woche doch gleich gut an… ;-)
Sonne, Grüße und gute Laune aus Hamburg schickt
Sabine
[reply to this comment]
Am 23. März 2010 um 01:36 Uhr
ich mach das glaub ich gleich mal..
Ahimsa beim Ein- und beim Ahimsa beim Ausatmen
[reply to this comment]