Satya, das zweite Yama - in den Klassen bei Lalla und Vilas vom 25.3. bis 6.4.2010

Satya – Das was ist.

In vielen Yogatexten wird das Wort Satya mit Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit beschrieben.

Satya kommt von der Wortwurzel  im sanskrit: „as“ was „sein“ heisst. „sat“ heisst  „Existenz“, „Sein“, „Realität“. In der zweiten Zeile unseres Eröffnungsmantras  finden wir „Saccidananda Murtaye“:  Realität (Wahrheit)= sac(t), Bewusstsein = cid (chit) und Glück = ananda.

Ein ganz wichtiges Element von Satya ist die Frage nach Authentizität. Je authentischer ich bin, eins mit mir, umso klarer kann ich meine Intention in Verhalten umsetzen. Neben den üblichen Beschreibungen (s.o.) ist mit dem „das was ist“ wohl die treffendste Erklärung gefunden. Das anschauen, beobachten, was ist, dann in der Beschreibung nicht das erklären, was ich sehen oder hören will, sondern nur das, was wirklich da ist. Das ist für uns oft eine große Herausforderung, etwas Erlebtes in der Beschreibung nicht übertrieben darzustellen oder es herunterzuspielen. Wenn wir das tun, verschleiern wir einen wichtigen Teil von dem, wer wir wirklich sind. Stellen uns als jemand dar, der wir vielleicht sein möchten.

Im miteinander Leben spielt Satya im Sinne von „echt sein“ eine große Rolle. Im Sprachgebrauch ist Klarheit wichtig. Aber Klarheit kann auch verletzen und das ist nicht die Idee von Satya. Hier verbinden wir das erste Yama „ahimsa“  mit dem zweiten Yama. Das was ist, diese pure Wahrnehmung ist ein Erkenntnisprozess tief in uns; wie wir diesen dann vermitteln kann uns dann nur die Einschätzung des gegebenen Moments nahelegen. Wir wollen nicht verletzen, wollen aber auch durch artikulierte Klarheit nicht auf die Schönheit der Imagination und der kreativen Vorstellung  verzichten.

Verhaltensvorschläge: Immer wieder zur persönlichen „Echtheit“ kommen. Das bin ich, so bin ich. Sich immer wieder von vorgefassten Meinungen, Bewertungen und Vorurteilen lösen. Ironischerweise bietet gerade das Yoga mit Verhaltensvorschriften, wie man sich yogisch konform verhalten soll, Fassaden an, hinter denen sich unser authentisches Selbst verstecken kann und an Dingen festhält, die Wachstum und eben auch Satya verhindern.

Fokus in der Praxis: Von Innen nach Aussen praktizieren. Meine Haltung zu mir selbst entscheidet darüber, wie tief ich praktiziere und wie intensiv und verändernd meine Praxis wird.

Ein Kommentar zu “Satya, das zweite Yama - in den Klassen bei Lalla und Vilas vom 25.3. bis 6.4.2010”

  1. maria

    inmitten der welt, die so oft abverlangt, was man nicht ist, war die heutige satya-stunde eine offenbarung.

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